1×1 Stufenbarren

 

Eigentlich wollte ich diesen Blog über Flugteile am Stufenbarren schreiben. Eigentlich. Denn dazu sollte man ein paar Grundlagen über das Turnen am Stufenbarren haben. Die Basics habe ich für euch im folgenden Blog kurz zusammengefasst.

Elementgruppen

Am Stufenbarren werden die Elemente im Code de Pointage, dem Regelwerk des Weltverbandes FIG, in sechs Gruppen eingeteilt:

  1. Angänge

Dazu zählen z.B. Kippen, Sprung in den Hang am oberen Holm oder Übergrätschen.

  1. Rückschwünge und freie Felgen

Von der 2. Gruppe  werden alle Rückschwünge zum Handstand erfasst, beispielsweise mit gegrätschten oder gestreckten Beinen oder mit Drehungen. Außerdem sind in dieser Gruppe auch Felgen gelistet. Dazu gehören auch der Hüftumschwung vorwärts („Felge vorlings“) und rückwärts.

  1. Riesenfelgen

Alle Riesenfelgvariationen sind Teil der Gruppe 3. Das sind u.a. Riesenfelgen vorwärts und rückwärts, auch mit Drehungen.

  1. Stalderumschwünge

Gruppe 4 sind Stalderumschwünge. Stalder sind einfach gesagt freie Grätschumschwünge aus dem Handstand in den Handstand. Sie können vorwärts (man spricht dann meist vom Endo) und rückwärts, also in beide Richtungen, geturnt werden. Freie Bückumschwünge, d.h. Umschwünge mit Einknicken der Hüfte ohne Stütz der Füße am Holm zählen auch zu dieser Gruppe.

  1. Bückumschwünge

Bückumschwünge mit Stütz der Füße am Holm werden dagegen in einer eigenen Gruppe erfasst. Einfachster Bückumschwung ist für die meisten wohl der Sohlwellumschwung rückwärts, bekannt aus der Pflichtübung P9. Danach kommt der Unterschwung mit Stütz der Füße am unteren Holm mit Konterbewegung in den Hang am oberen Holm (gerne auch „Konter“ oder „Flieger“ genannt, sieht man oft in der LK2 und höher). Dieser wird in der Kür von sehr vielen Turnerinnen zum Holmwechsel von unten nach oben genutzt. Grund dafür ist, dass es für einen Absprung vom Holm –wie es nach alleinigem Aufhocken oder Sohlwellumschwung der Fall wäre – Abzug gibt.

  1. Abgänge

Alle Abgänge sind in der letzten Gruppe aufgezählt. Angefangen mit Unterschwung, bis hin zum Doppelsalto gestreckt mit Drehungen.

Griffarten

Manche Elemente können mit verschiedenen Griffarten gezeigt werden und erhalten dann andere Schwierigkeits-Werte.

Der Ristgriff ist der am meisten gebrauchte Griff am Stufenbarren. Dabei zeigen die Daumen zueinander.

Beim Kammgriff zeigen die Daumen nach außen. Dieser Griff wird bei Vorwärts-Elementen gebraucht, um nicht vom Holm zu abzurutschen. Typisches Anfänger-Element im Kammgriff ist die „Mühle“ (auch „Rädchen“ genannt).

Beim Ellgriff zeigen die Daumen ebenfalls nach außen. Der Unterschied zum Kammgriff liegt in der Rotationsrichtung der Arme. Stell dir vor, du legst deine rechte Hand vor dich auf den Tisch. Jetzt klappst du deine Hand um 180° um: dazu hebst du die Hand auf der Seite des kleinen Fingers an und lässt deinen Daumen fest am Tisch liegen. Um Teile wie z.B. Riesenfelgen vorwärts im Kammgriff zu turnen, braucht man eine große Schulterbeweglichkeit. Den Ellgriff sieht man eher selten bei den Frauen im Turnen, beim Reckturnen der Männer kommt er häufiger vor.

Wenn ihr nach den Basics am Stufenbarren nun wissen wollt, was es mit Jäger, Gienger, Tkatchev, Schaposchnikova, Pak und Co auf sich hat, dann schaut bald wieder bei unserem Blog vorbei!

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