Turnen zuhause? Besser nicht!

Bald beginnen die Sommerferien: keine Schule, Ausschlafen, Urlaub mit der Familie und viel Freizeit. Zum Ärger begeisterter Turnerinnen bleiben die meisten Turnhallen in dieser Zeit geschlossen. Also Trainingspause und Faulenzen? Kommt für viele kleine Turnmäuse nicht in Frage. Stattdessen werden alte Matratzen als Turnmatte benutzt, das Training kurzerhand in den eigenen Garten verlegt oder am Reck auf dem Spielplatz geübt. Außerdem werden Mama und Papa wochenlang bedrängt, doch noch ein großes Gartentrampolin zu kaufen. Wieso es aber keine gute Idee ist, zuhause zu Turnen, erfahrt ihr im heutigen Blog.

Beim Turnen zuhause ist niemand da, der Hilfestellung geben kann. Auch bei Elementen, die gut beherrscht werden, kann immer etwas schief gehen. Sei es durch Unachtsamkeit oder einfach weil das Gras rutschiger als eine Matte ist. Eine Wiese ist keine große Bodenfläche! Jahrelange Erfahrung zeigen, dass die meisten Unfälle nicht in der Turnhalle passieren. Gartentrampoline verleiten dazu, neue Elemente auszuprobieren. Wenn der Salto klappt, wird einfach mal eine Schraube probiert. Die Landung kann gut gehen – oder auch nicht. Beim Springen zu zweit kann aufgrund des Katapult-Effektes noch viel mehr passieren.

Wenn man zuhause übt ist niemand da, der die Fehler verbessern kann. Klar, manches ist offensichtlich. Krumme Arme oder Beine kann jeder auf den ersten Blick erkennen. Beim Turnen kommt es aber auf Details an. So achten Trainer darauf, dass die Technik richtig gelernt wird. Turnt man dann ein paar Stunden zuhause ohne Trainer, werden sich Fehler einschleichen. Diese wieder auszubügeln kostet Zeit und macht keinen Spaß. Hat man ein Element verinnerlicht, dann bleibt dieses so im Kopf abgespeichert. Deswegen dauert es z.B. normalerweise länger, eine falsche Technik „umzulernen“ als ein ganz neues Element von Anfang an richtig zu lernen.

Eine kleine Turnpause ist zudem gut, um dem Körper etwas Ruhe zu geben, kleinere Verletzungen auszukurieren und wieder Energie und Motivation für das Training zu sammeln. Hat man eine Zeit lang nicht geturnt, dann freut man sich umso mehr auf die Turnstunden. Und ganz ehrlich: bei 30°C in der Halle ist man im Freibad oder am Strand wohl besser aufgehoben.

Gibt es nun nicht vielleicht doch etwas, was man zuhause tun könnte? Ja, gibt es! Krafttraining, wie z.B. Liegestützen, Klimmzüge, Klappmesser oder Schiffchen könnt ihr jederzeit zuhause machen.

Außerdem könnt ihr euch Dehnen. Aber bitte nicht unaufgewärmt sofort in den Spagat setzen. Wenn ihr Ideen braucht, dann fragt am besten eure Trainer, was ihr machen könnt. Schöne Ferien und viel Spaß beim Üben!

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