Was ist… Rhythmische Sportgymnastik?

Rhythmische Sportgymnastik (RSG), auch Rhythmische Gymnastik genannt, ist eine mit dem Turnen verwandte, durch tänzerische und gymnastische Elemente gekennzeichnete Sportart. Sie wird nur von Frauen ausgeübt und ist seit 1984 olympisch. Repräsentiert wird RSG wie Turnen oder Trampolin durch die FIG. In der RSG gibt es fünf Handgeräte: Seil, Reifen, Ball, Keule und Band. Außerdem wird in den Altersklassen bis zwölf Jahre auch eine Übung ohne Handgerät gezeigt.

Die Wertungsregeln sind von der FIG im Code de Pointage (CdP) festgelegt. Für eine perfekte Übung können maximal 20 Punkte erhalten werden. Sie wird entweder alleine oder in der Gruppe mit insgesamt 5 Gymnastinnen geturnt. Eine Übung dauert 75 bis 90 Sekunden (bzw. 125 bis 150 Sekunden in der Gruppe) und ist mit Musik abgestimmt. Diese darf anders als beim Kunstturnen auch Gesang mit Wörtern beinhalten. In der Gruppe können entweder fünf gleiche Handgeräte oder eine Mischung aus zwei Handgeräten genutzt werden. Im Mehrkampf zeigen die Gymnastinnen vier Übungen mit verschiedenen Handgeräten, die erhaltenen Punkte werden dann für das Mehrkampfergebnis addiert. Zusätzlich werden oft Gerätefinale mit den einzelnen Handgeräten ausgetragen.

Die Wertung setzt sich aus D-Note (Schwierigkeit, max. 10 Punkte) und E-Note (Ausführung, max. 10 Punkte) zusammen. Alle Ausführungsfehler wie der Verlust des Handgeräts werden von der E-Note abgezogen. Um einen hohe D-Note zu erhalten, müssen verschiedene Schwierigkeitselemente gezeigt werden. Dazu zählen:

  • Körperschwierigkeiten, also Sprünge, Drehungen und Stände
  • Rhythmische Schritte, d.h. zusammenhängende Tanzschrittfolgen
  • DER-Elemente. Das sind dynamische Elemente mit Wurf des Handgeräts und mindestens zwei Drehungen um eine beliebige Körperachse
  • Mastery-Elemente, die außergewöhnliches Gerätekönnen abverlangen
  • Wechsel der Handgeräte zwischen den Gymnastinnen (nur in der Gruppe)

Jedes Handgerät bringt verschiedene Herausforderungen mit sich. Der Ball rollt beispielsweise leicht weg, das Band verknotet sich und die Keulen fallen einfach aus der Hand. Die Handgeräte dürfen übrigens bunt sein, seit einigen Jahren sind auch Gold und Silber gestattet. Die Länge des Seils ist proportional zur Größe der Turnerin, es wird meistens aus synthetischen Materialien hergestellt und darf in der Mitte dicker sein. An den Seilenden befinden sich ein bis zwei Knoten. Der Reifen ist aus Holz oder Plastik, hat einen Durchmesser von 51 bis 90 cm und muss mindestens 300 Gramm schwer sein. Keulen bestehen aus den drei Teilen Körper, Hals und Kopf und dürfen mit buntem Klebeband umwickelt sein. Das Band ist muss mindestens sechs Meter lang sein und wird an einem Stab befestigt. Der Ball aus elastischem Gummi ist mindestens 400 Gramm schwer und hat einen Durchmesser von 18 bis 20 cm.

Traditionell dominieren osteuropäische Länder bei internationalen Wettkämpfen. Bekannte deutsche Sportgymnastinnen sind Jana Berezko-Marggrander, Laura Jung und Magdalena Brzeska.

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